»Die Welt als Wille und Vorstellung« – Arthur Schopenhauer in Dresden

Der 27jährige Arthur Schopenhauer kam 1814 nach Dresden, um hier seine originären philosophischen Gedanken systematisch zu entwickeln und zu formulieren. Im Januar 1819 erschien dann: »Die Welt als Wille und Vorstellung« und Dresden wurde so zum Geburtsort eines der großen Werke in der Geschichte der Philosophie.

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 Portrait von Ludwig Sigismund Ruhl, 1815

In seinem Buch erklärt der junge Philosoph - ganz entgegen dem vorherrschenden Zeitgeist - die Welt sei in ihrem Kern nicht vernünftig, sondern irrational: Nicht der Mensch will, sondern er muss »wollen, was er ist«. Seine Philosophie, in der er die Themen der Moderne vorwegnimmt - wie den Einfluß des Unbewussten, die Relativität von Zeit und Raum u. a. - stand damals quer zu seiner Zeit und tut es noch heute:

"Nicht die Kunst des Machens beseelte ihn, sondern die Kunst des Nachlassens ..."

Rüdiger Safranski

Diesem bisher weitgehend unbekannten Aspekt Dresdner Stadtgeschichte widmet sich vom 7. bis 23. Juni 2019 im Palais im Großen Garten Dresden eine Film- und Hörinstallation, eine Ausstellung und einige Veranstaltungen.

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»Es ist ein Werk von solcher kosmischer Geschlossenheit und einschließender Gedankenkraft, daß man eine sonderbare Erfahrung damit macht: Hat es einen längere Zeit beschäftigt, so kommt einem alles andere - aber auch alles -, was man zwischendurch oder gleich danach liest, fremd, unbelehrt, unrichtig, willkürlich vor ...« 

Thomas Mann